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DIM-Studie: Klarer Handlungsbedarf für Unternehmen

 

Die Digitalisierung erfordert deutlich mehr Weiterbildungsangebote für Mitarbeitende

Autoren: Prof. Dr. Michael Bernecker und Bastian Foerster (Deutsches Institut für Marketing) 

Die digitale Transformation steht in deutschen Unternehmen häufig ganz oben auf der Agenda – aber Mitarbeitende werden oft außen vor gelassen.

 

Zu diesem Ergebnis kommt die aktuelle Studie „Fit für die Digitalisierung“ des Deutschen Instituts für Marketing. Der Megatrend der Digitalisierung hat nahezu in allen Branchen Einzug gehalten. Vom Ein-Mann-Betrieb bis hin zu weltweit tätigen Konzernen – Unternehmen müssen sich mit der digitalen Transformation auseinandersetzen, um nicht den Anschluss zu verlieren. Zu groß sind die Vorteile, die mit der Digitalisierung einhergehen. Oder anders: Wer die Digitalisierung ignoriert, wird vom Markt verdrängt.

 

Mit einer Befragung von 1.830 Arbeitnehmer:innen hat das Deutsche Institut für Marketing im Frühjahr 2022 den Blickwinkel der Mitarbeitenden beleuchtet und klare Missstände aufgedeckt. Arbeitnehmer:innen werden häufig „vergessen“, wenn es um die Digitalisierung geht. Was bleibt, sind Unsicherheiten auf Seiten der Belegschaft und Handlungsbedarf bei den Unternehmen.

Mitarbeitende müssen geschult und auf die Digitalisierung vorbereitet werden

Von vielen Arbeitnehmer:innen wird die digitale Transformation als Veränderungsdruck empfunden, der einen starken Einfluss auf beinahe alle Aufgabenbereiche hat. Gleichzeitig wird der Bedarf an Weiterbildungen zur Digitalisierung von den Unternehmen aber nicht gedeckt, sodass sich die Mitarbeitenden nicht ausreichend in den digitalen Transformationsprozess integriert fühlen. 57 % der Unternehmen bieten aktuell keine oder nur unzureichend Weiterbildungen zur Digitalisierung für die eigene Belegschaft an. Zwar behaupten viele Unternehmen, den digitalen Wandel zu vollziehen, scheinen aber gleichzeitig die Mehrheit der Mitarbeitenden nicht einzubeziehen. Besonders kleine und mittelständische Unternehmen fördern Ihre Arbeitnehmer:innen im Zuge der Digitalisierung zu wenig.

Das Weiterbildungsangebot fällt hier trotz der rasanten Entwicklung vergleichsweise gering aus. Gleichwohl gibt es auch bei großen Unternehmen und Konzernen Optimierungspotenziale. Um das Unternehmen wettbewerbsfähig zu halten und die Möglichkeiten der Digitalisierung optimal auszuschöpfen, führt kein Weg daran vorbei, alle Arbeitnehmer:innen auf einen vergleichbaren Digitalisierungsstand zu bringen. Denn das Gelingen der digitalen Transformation hängt maßgeblich von den Mitarbeitenden ab, weshalb die Erweiterung der digitalen Skills zum Pflichtprogramm gehört.

Unsicherheiten der Belegschaft sind Hürden der Digitalisierung

Die Veränderungen im beruflichen Alltag, die durch neue digitale Prozesse ausgelöst werden, lassen viele Arbeitnehmer:innen verunsichert zurück. 25 % der Befragten geben an, sich angesichts der Digitalisierung unsicher im derzeitigen Aufgabenbereich zu fühlen. Nur knapp 30 % empfinden überhaupt keine Unsicherheit. Je höher die (wahrgenommenen) Veränderungen am Arbeitsplatz ausfallen, desto größer die Verunsicherung.

Angesichts der mangelnden Reaktion der Unternehmen kann diesem Problem nicht angemessen begegnet werden. Digitale Kompetenzen müssen regelmäßig geschult und das Personal von Anfang an mit den Prozessen vertraut gemacht werden, damit Unsicherheiten beseitigt werden können oder bestenfalls gar nicht erst entstehen.

Verschiedene Schulungsformate anbieten

Um die Mitarbeitenden auf dem Weg der Digitalisierung zu begleiten, bieten sich verschiedene Weiterbildungsformate an. Klassische Präsenzschulungen sind weiterhin gefragt, insbesondere bei den älteren Zielgruppen. Aber: Online-Lehrgänge haben sich in der modernen Arbeitswelt zunehmend etabliert. Vor allem jüngere Arbeitnehmer:innen bevorzugen solche digitalen Weiterbildungsformate. Der Wunsch nach diesem flexiblen Format steigt weiter.

Um die Präferenzen der Mitarbeitenden abzubilden, sollten Unternehmen verschiedene Formate anbieten. So können den verschiedenen Präferenzen der Mitarbeitenden Rechnung getragen werden.

Digitale Pioniere – Eine Seltenheit

Obwohl viele Unternehmen das Thema Digitalisierung in der Priorisierung hoch ansiedeln, scheitert es oftmals an der klaren Umsetzung. Die Studienergebnisse zeigen, dass digitale Trends häufig zu spät erkannt und integriert werden. 46 % der Arbeitnehmer:innen sind der Auffassung, dass ihre Unternehmen digitale Trends wenn überhaupt erst übernehmen, sobald sie zum Standard geworden sind. Nur 15 % nehmen ihr Unternehmen als digitale Innovatoren wahr. Statt den Digitalisierungstrend zu verschlafen, sollten Unternehmen dringend dazu übergehen, digitale Trends frühzeitig zu erkennen, für sich zu operationalisieren und im Unternehmen zu etablieren. Der öffentliche Dienst muss den größten digitalen Rückstand aufholen Die Studienergebnisse zeigen teils auch deutliche Unterschiede zwischen verschiedenen Branchen. Die Industrie ist von den Veränderungen, die mit der Digitalisierung einhergehen, am häufigsten betroffen. 81,6 % der Befragten geben an, dass der eigene Tätigkeitsbereich in Zukunft weiteren wesentlichen Veränderungen ausgesetzt sein wird. Außerdem wird deutlich, dass der Handel im Vergleich zu anderen Branchen die wenigsten Weiterbildungen anbietet. Das trägt dazu bei, dass sich fast 30 % der Arbeitnehmer:innen in der Handelsbranche unsicher fühlen, jeder zehnte sogar sehr unsicher.

Als klares Schlusslicht beim Thema Digitalisierung offenbart sich allerdings der öffentliche Dienst.

53,6 % der Arbeitnehmer:innen machen deutlich, dass ihr Arbeitgeber entweder digital gar nicht fortschrittlich ist oder digitale Trends erst übernimmt, wenn sie zum Standard geworden sind. Kein anderer wirtschaftlicher Bereich zeigt sich weniger innovativ.

Für den öffentliche Dienst ergibt sich daraus ein sehr klarer und dringlicher Handlungsbedarf. Digitalisierung proaktiv gestalten und den Unternehmenserfolg sichern Ein großer Fehler, der einer erfolgreichen Digitalisierung im Weg steht, ist im ersten Schritt eine zu langsame Umsetzung neuer digitaler Ideen. Wer nicht rechtzeitig reagiert, lässt den Wettbewerb vorbeiziehen und wird das digitale Zeitalter nicht überleben. Unternehmen, die von Anfang an mutiger voranschreiten, werden auf lange Sicht davon profitieren. Je länger Unternehmen warten, desto schwieriger wird es, den Rückstand aufzuholen. Ist das Know-how zu digitalen Themen im Unternehmen nicht vorhanden, müssen die Lücken frühzeitig durch Weiterbildungen geschlossen werden. Andererseits kann die Unsicherheit der Mitarbeitenden dazu führen, dass sie sich weniger an das Unternehmen gebunden fühlen und nicht ihr volles Potenzial abrufen (können). „Die Notwendigkeit von Weiterbildungen für die Digitalisierung ist klar zu erkennen.

Die Unternehmen reagieren nur unzureichend und sind nun gefragt. Eine erfolgreiche digitale Transformation ist nur dann möglich, wenn die Mitarbeitenden auf diesem Wege mitgenommen werden!“ kommentiert Prof. Dr. Michael Bernecker, Geschäftsführer des Deutschen Instituts für Marketing, die Ergebnisse. Das White Paper mit allen Ergebnissen zur Studie können Sie hier herunterladen: https://www.marketinginstitut.biz/blog/digitalisierung-dim-studie

DIM-Studie - Die Autoren

Prof. Dr. Michael Bernecker
ist Geschäftsführer des Deutschen Institut für Marketing und der Digitalagentur milaTEC. Als Professor für Marketing lehrt Michael Bernecker seit mehr als 20 Jahren an verschiedenen Hochschulen.

Bastian Foerster
ist Projektleiter beim Deutschen Institut für Marketing und Experte für strategisches Marketing, Business Development, Markenentwicklung und Marktforschung.

Deutsches Institut für Marketing
Das Deutsche Institut für Marketing (DIM) ist eine auf Marketing und Business Development spezialisierte Weiterbildungs- und Strategieberatung. Mit seinen innovativen Weiterbildungen und Beratungsansätzen befähigt das DIM die Kunden und
deren Unternehmen zu einer professionellen und passgenauen Umsetzung von wirkungsgetriebenen Aktivitäten.

www.marketinginstitut.biz<https://www.marketinginstitut.biz/>
 

Aktuelle Rezension

Buchcover

Utz Krahmer: Sozialdatenschutzrecht. edition sigma im Nomos-Verlag (Baden-Baden) 2020. 4. Auflage. 488 Seiten. ISBN 978-3-8487-3056-8.
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